Offcanvas Navigation

Plasmatechnologie: Oberflächenbeschaffenheit entscheidet über den Prozesserfolg

Fakuma 2026: Plasmatreat zeigt Atmosphären- und Niederdruckplasma für die Kunststoffverarbeitung

Pressemitteilung und Bilder hier herunterladen

Steigende Qualitätsanforderungen, neue Materialkombinationen, der wachsende Einsatz von Recyclingkunststoffen und anhaltender Kostendruck stellen die Kunststoffindustrie vor immer größere Herausforderungen. Häufig entscheiden die Oberflächeneigenschaften eines Werkstoffs über Qualität und Zuverlässigkeit nachfolgender Prozesse. Wie moderne Plasmaoberflächenbehandlung diese Aufgaben lösen kann, zeigt die Plasmatreat GmbH auf der Fakuma 2026 vom 12. bis 16. Oktober in Friedrichshafen in Halle A1, Stand 1320.

In vielen Anwendungen reichen die natürlichen Oberflächeneigenschaften von Kunststoffen für stabile Produktionsprozesse nicht aus. Eine zu geringe Haftfestigkeit kann beim Kleben, Drucken, Lackieren, Beschichten oder Spritzgießen zu Qualitätsproblemen führen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz, Prozesssicherheit und Flexibilität in der Fertigung.

Plasmaoberflächenbehandlung ermöglicht die gezielte Aktivierung, Reinigung oder funktionelle Beschichtung von Kunststoffoberflächen. So lassen sich Adhäsionseigenschaften verbessern und Materialien zuverlässig für nachfolgende Produktionsschritte vorbereiten.

Plasma für anspruchsvolle Kunststoffanwendungen

Auf der Fakuma präsentiert Plasmatreat Lösungen für industrielle Anwendungen entlang der Kunststoff-Wertschöpfungskette. 

Besucher erhalten Einblicke in aktuelle Anwendungen aus der Kunststoffverarbeitung und erfahren, wie Plasma stabile, reproduzierbare Prozesse unterstützt. Das gesamte Technologieportfolio von Plasmatreat – von Atmosphärendruckplasma bis Niederdruckplasma – ist auf prozesskontrollierte, reproduzierbare Ergebnisse ausgelegt. Im Fokus steht nicht die Technologie allein, sondern die konkrete Aufgabe des Kunden und die passende Lösung für die jeweilige Anwendung.

Fakuma-Highlights: Openair-Plasma und AURORA-Plasma

Ein Schwerpunkt des Messeauftritts ist die Openair-Plasma Technologie für die automatisierte Inline-Behandlung von Oberflächen direkt im Produktionsprozess. Gezeigt werden Plasmaaktivierung zur Verbesserung der Haftungseigenschaften sowie der neue Plasmadüse RD1004C. Mit dieser Rotationsdüse lassen sich breite Beschichtungen als umweltfreundliche Haftvermittler auf Kunststoffoberflächen oder -profile, zum Beispiel Fensterprofile, aufbringen – für bessere Adhäsion beim Verkleben. Mit einem umfassenden Portfolio aus verschiedenen Düsenköpfen, Plasmadüsen, Generatoren und weiterem Systemzubehör ist das Atmosphärendruckplasma-Portfolio von Plasmatreat breit aufgestellt, um wirtschaftliche Anforderungen und unterschiedliche industrielle Anwendungen passgenau zu adressieren – von einfachen Vorbehandlungsaufgaben bis zur anspruchsvollen, vollautomatisierten 24/7-Serienproduktion.

Darüber hinaus präsentiert Plasmatreat erstmals auf der Fakuma eine Anlage aus dem neuen AURORA-Plasma Produktportfolio. Das System arbeitet unter Niederdruckbedingungen mit 2,45-GHz-Mikrowellenanregung im Vakuum-Prozessraum und ermöglicht die Oberflächenmodifikation auch bei komplexen 3D-Geometrien. Damit eignet es sich insbesondere für Anwendungen in der Medizintechnik, im Leichtbau und in der Elektronik. Durch den Einsatz unterschiedlicher Prozessgase und Gaskombinationen lassen sich Reinigungs-, Plasmaätz- und Aktivierungsprozesse gezielt auf Material, Bauteilgeometrie und Anwendung abstimmen.

Ein Beispiel ist die gezielte Behandlung im Batch-Prozess von Produkten aus Hochleistungspolymeren wie PEEK, PTFE, FEP oder PEBA. Durch die Erhöhung der Oberflächenenergie können Beschichtungen, Klebstoffe und Schmierstoffsysteme besser haften, ohne empfindliche Bauteilgeometrien thermisch oder mechanisch zu belasten.

Für Plasmatreat zählt nicht nur die passende Plasmatechnologie für die jeweilige Anwendung, sondern auch die zuverlässige Kontrolle des Prozesses. Dafür hat das Unternehmen die PCU (Plasma Control Unit) entwickelt. Sie überwacht und regelt zentrale Prozessparameter und macht Abweichungen im Plasma-Prozess frühzeitig erkennbar. So lassen sich reproduzierbare Behandlungsergebnisse sowohl bei Openair-Plasma als auch bei AURORA-Plasma absichern. Anwender erhalten dadurch mehr Transparenz im laufenden Prozess und eine bessere Grundlage für stabile, dokumentierbare Produktionsabläufe.

Plasma live erleben und eigene Bauteile testen

Ein weiteres Highlight am Stand von Plasmatreat ist ein Plasma-Livetisch, an dem Besucher die Wirkung von Plasma unmittelbar erleben können. Interessierte können eigene Bauteile oder Materialmuster mitbringen und diese gemeinsam mit den Anwendungsspezialisten vor Ort bewerten.

Konkrete Beispiele zeigen, wie Plasma auf Oberflächen funktioniert und wie sich die die Benetzbarkeit verschiedener Kunststoffoberflächen verbessern kann. Mit verschiedenen Analysemethoden lassen sich die Auswirkungen des Plasmaeffekts direkt sichtbar machen. So werden aus technischen Möglichkeiten greifbare Lösungen für reale Anwendungen.

Nachhaltigkeit und Recycling im Fokus

Mit der steigenden Bedeutung von Recyclingkunststoffen wachsen auch die Anforderungen an ihre Weiterverarbeitung. Unterschiedliche Materialzusammensetzungen können Druck-, Kleb- oder Beschichtungsprozesse erschweren.

Plasma ermöglicht es, Oberflächen gezielt zu aktivieren und für nachfolgende Prozessschritte vorzubereiten. In ausgewählten Anwendungen können chemische oder mechanische Vorbehandlungsverfahren ersetzt werden. Das unterstützt die Prozesssicherheit und kann zugleich zu ressourcenschonenderen Fertigungsprozessen beitragen.

Der passende Prozess für die jeweilige Herausforderung

„Die Anforderungen an Kunststoffoberflächen werden immer spezifischer. Mit unserem breiten Technologieportfolio können wir unterschiedliche Aufgabenstellungen adressieren und für jede Anwendung den passenden Prozess in der wirtschaftlichsten Variante auswählen“, sagt Norman Haas, Vertriebsleiter Deutschland bei der Plasmatreat GmbH.

Besucher der Fakuma 2026 sind eingeladen, ihre aktuellen Herausforderungen direkt mit den Anwendungsexperten von Plasmatreat zu besprechen und die Technologien live zu erleben.